Was auf Events wirklich passiert. Konkrete Einblicke aus der Praxis.

Messe- und Eventformate sind komplexe Systeme. Dennoch werden viele Entscheidungen bis heute auf Basis von Annahmen getroffen. Unsere Use Cases zeigen, wie sich dieses Bild verändert, wenn Verhalten messbar wird. Anhand realer Projekte wird deutlich: Welche Muster sich in Besucherströmen erkennen lassen. Wie sich Event-Inhalte und -Flächen tatsächlich nutzen. Welche Erkenntnisse daraus für Betrieb, Marketing und Vertrieb entstehen. Die Cases werden kontinuierlich erweitert: als wachsende Sammlung konkreter Anwendungen und Erkenntnisse aus der Praxis.

Rittal / Hannover Messe 2026: Messeperformance erstmals systematisch messbar gemacht


Ausgangssituation
Messeauftritte gehören zu den größten Marketing‑ und Vertriebsinvestitionen vieler Industrieunternehmen. Gleichzeitig bleibt die Frage nach der tatsächlichen Wirkung häufig unbeantwortet.

Auch bei Rittal stellte sich vor der Hannover Messe 2026 eine zentrale Herausforderung:
▪️ Wie lässt sich der Erfolg eines Messestands objektiv bewerten, jenseits von Besucherzahlen, Leads oder subjektiven Eindrücken?
▪️ Welche Bereiche ziehen Besucher wirklich an?
▪️ Wo entsteht echte Auseinandersetzung mit Inhalten und wo nur Durchlauf?
▪️ Und wie lassen sich diese Erkenntnisse für zukünftige Messeformate nutzbar machen?

Um diese Fragen zu beantworten, wurde der Messestand gemeinsam mit knw. als messbares System betrachtet.


Technische Leistungen
Im Zentrum des Projekts stand die vollständige Strukturierung und Analyse des Messestands in einzelne, klar definierte Bereiche und Zonen.

Der gesamte Stand wurde in funktionale Segmente unterteilt, von Produktbereichen wie Electrical Engineering, Automation oder Cooling bis hin zu Catering- und Kommunikationszonen. Innerhalb dieser Bereiche wurden zusätzliche Sub-Zonen definiert, um auch auf Exponat-Ebene differenzierte Einblicke zu ermöglichen.

Für jede dieser Zonen wurden präzise Daten erhoben:
▪️ Besucherfrequenzen und Bewegungsströme
▪️ Verweildauern als Indikator für inhaltliches Interesse
▪️ zeitliche Auslastungen und Peaks
▪️ Ein- und Ausgänge über definierte Tracking-Linien

Ein besonderer Fokus lag auf der methodischen Qualität der Daten:
Nur Aufenthalte zwischen 5 und 60 Minuten wurden berücksichtigt, um tatsächlich relevante Interaktionen zu erfassen und Verzerrungen durch Kurzbesucher oder Standpersonal auszuschließen.

Die Daten wurden in einem strukturierten Reporting aufbereitet und erlaubten erstmals eine vollständige Analyse des Messestands über alle Tage hinweg: inklusive zeitlicher Entwicklungen, Flächennutzung und Besucherbewegungen.


Mehrwerte für Rittal
Durch die Analyse wurde der Messestand von einer klassischen Präsentationsfläche zu einem vollständig auswertbaren System.

Rittal konnte somit genau nachvollziehen, wie sich Besucher tatsächlich über den Stand bewegen und welche Inhalte sie intensiv nutzen.

Dabei zeigte sich unter anderem:
▪️ über 33.000 qualifizierte Besuche mit messbarer Aufenthaltsdauer
▪️ eine durchschnittliche Verweildauer von über 12 Minuten
▪️ deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Themenbereichen
▪️ klare Peaks und zeitliche Nutzungsmuster

Diese Erkenntnisse ermöglichen eine neue Qualität von Entscheidungen:
▪️ gezielte Optimierung von Standkonzepten und Exponat-Platzierungen
▪️ datenbasierte Steuerung von Personal und Ressourcen
▪️ bessere Bewertung des Return on Investment einzelner Maßnahmen

Gleichzeitig schafft die systematische Datenerhebung die Grundlage für einen Perspektivwechsel:
Messeauftritte werden vergleichbar, nicht nur innerhalb eines Standes, sondern über mehrere Veranstaltungen hinweg.

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Weitergabe dieser Erkenntnisse in die Branche. Rittal treibt aktiv den Austausch mit anderen Ausstellern voran, um voneinander zu lernen und langfristig neue Standards für datenbasierte Messebewertung zu etablieren.


Statement
„Wir haben zuvor bereits mit anderen Technologien sowie Anbietern gearbeitet und haben uns auf der Hannover Messe erstmals für knw. entschieden. Die Professionalität, der Projektplanung und -umsetzung und vor allem auch die reibungslose Zusammenarbeit mit weiteren Gewerken hat uns wirklich begeistert. Die Qualität der Ergebnisse ist hervorragend und ermöglicht es, unseren Messestand auf einer fundierten, validen Datenbasis zu bewerten.

Wir konnten klar erkennen, welche Bereiche tatsächlich funktionieren, wie sich Besucher über unseren Stand bewegen und wo wir gezielt optimieren können. Besonders wertvoll ist für uns die Möglichkeit, diese Erkenntnisse über verschiedene Veranstaltungen hinweg zu vergleichen und weiterzuentwickeln. Für uns ist klar: Datenbasierte Analyse wird ein zentraler Bestandteil unserer zukünftigen Messe- und Ausstellungskonzepte sein.“

Fabian Stark, Head of Fairs & Exhibitions, Rittal GmbH & Co. KG

D.LIVE front

D.LIVE / Mitsubishi Electric HALLE: Besucherzählung und Visitor Experience erstmals präzise verstehen und steuern

Mitsubishi Electric HALLE: Der Weg zur datengesteuerten Venue


Ausgangssituation
Die Mitsubishi Electric HALLE gehört zu den zentralen Veranstaltungsorten in Düsseldorf und ist Teil des D.LIVE-Portfolios. Wie viele etablierte Venues steht auch die Mitsubishi Electric HALLE vor einer typischen Herausforderung im laufenden Betrieb:

Besucherströme sind zwar sichtbar, aber nicht messbar.

Insbesondere in zentralen Bereichen wie Eingängen und Foyers entstehen dynamische Situationen, die für Betrieb, Sicherheit und Besuchererlebnis entscheidend sind:
▪️ Wie viele Besucher betreten die Location tatsächlich, und wann?
▪️ Wie verteilen sich die Gäste im Foyer vor und während der Veranstaltung?
▪️ Wo entstehen Engpässe oder Wartezeiten?
▪️ Welche Schnittmengen gibt es zwischen Wartzeiten, Cateringumsätzen und Personalaufkommen

Diese Fragen lassen sich im operativen Alltag oft nur über Erfahrung und punktuelle Beobachtung beantworten. Eine systematische, datenbasierte Grundlage fehlt.


Technische Leistungen
Deswegen hat D.LIVE entschieden, die Mitsubishi Electric HALLE nun im Eingangsbereich und Foyer mit einer Vision AI Solution von knw. auszustatten, um genau diese Informationslücke zu schließen.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Einzelmessung, sondern der Aufbau eines zusammenhängenden Systems.

Besucherzählung im Eingangsbereich
Im Eingangsbereich wird ein Sensor-basiertes System zur präzisen Erfassung von Besucherströmen implementiert:
▪️ Messung von Ein- und Ausgängen in Echtzeit
▪️ Erfassung von Durchflussraten und zeitlichen Peaks
▪️ Analysen für belastbare Aussagen zur Auslastung

Dabei wird besonderer Wert auf die optimale Ausrichtung der eingesetzten Sensoren gelegt, um Bewegungsrichtungen und Besucherströme valide zu erfassen.

Analyse von Aufenthalts- und Bewegungsmustern im Foyer
Das Foyer dient als Hauptknotenpunkt für die Besucherströme in der Arena und ist daher der Ausgangs- und Startpunkt für die Customer Journey Analysen. Im Mittelpunkt stehen dabei zu Beginn:
▪️ die Erfassung von Aufenthaltsdauer und Bewegungsprofilen
▪️ Auslastungsanalysen von definierten Bereichen und points of interest
▪️ Identifikation stark frequentierter Bereiche und Wegeprofile
▪️ Analyse von Wartezeiten, Cateringumsätzen und Personaleinsatz

Aufgrund der räumlichen Situation werden Sensoren und Kameras kombiniert, um die höchstmögliche Datenqualität zu gewährleisten.

Für spezifische Anwendungsfälle – beispielsweise die Erfassung von Demografie oder die Analyse von Menschenmengen -kommen gezielt Top-Down-Sensoren zum Einsatz, die bei hoher Auslastung genaue Ergebnisse liefern.

Systematische Zonendefinition
Ein zentraler Bestandteil des Setups ist die klare Strukturierung der Fläche:
▪️ Definition von Eingangs- und Übergangszonen
▪️ Verknüpfung von Eingangsbereich und Foyer
▪️ Aufbau eines durchgängigen Bildes der Besucherbewegungen

Ergänzend wird geprüft, inwiefern bestehende Systeme - wie beispielsweise Kameras oder Datenpunkte - integriert werden können, um ein vollständigeres Bild der Besucherströme und -wege zu erzeugen. Hinzu kommen sogenannte Third-Party Daten wie Wetter- und Verkehrsdaten.

Technologische Optimierung im Betrieb
Das Projekt dient gleichzeitig als Referenz für die optimale Kombination verschiedener Technologien:
▪️ Kombination von Kamera- und Sensorlösungen
▪️ Anpassung an räumliche Gegebenheiten (Deckenhöhe, Sichtachsen, Dichte)
▪️ kontinuierliche Validierung der Datenqualität im Live-Betrieb


Aus dem Projekt ergeben sich konkrete, unmittelbar nutzbare Mehrwerte für den Betrieb der Location:
Mehr Sicherheit durch Transparenz
Erstmals wird sichtbar werden, wie sich Besucherströme in kritischen Momenten tatsächlich verhalten.
Das ermöglicht:
▪️ frühzeitige Erkennung potenzieller Engpässe und Anomalien
▪️ fundierte Bewertung von Risikosituationen
▪️ datenbasierte Entscheidungsgrundlagen für Sicherheitskonzepte

Effizientere Betriebssteuerung
Die Analyse der Visitor Journey liefert ein präzises Verständnis über die Nutzung der Flächen und den optimalen Einsatz von Personal.
▪️ Wann entstehen Lastspitzen?
▪️ Welche Bereiche werden wann frequentiert?
▪️ Wie verändern sich Besucherströme im Zeitverlauf?

Diese Erkenntnisse unterstützen eine gezielte Planung von:
▪️ Personal
▪️ Wegeführung
▪️ Einlass- und Besucherlenkung
▪️ Kapazitätsmanagement
▪️ Abstimmung mit Behörden und Partnern

Technologische Weiterentwicklung
Durch den parallelen Einsatz und Vergleich unterschiedlicher Technologien entsteht zusätzliche Erkenntnisse, die dann für die Planungen als Grundlage dienen.
▪️ Welche Systeme liefern unter realen Bedingungen die beste Qualität?
▪️ Wie lässt sich der Installationsaufwand minimieren?
▪️ Welche Lösung ist langfristig skalierbar?


Fazit
Mit dem aktuellen Setup entwickelt sich die Mitsubishi Electric HALLE von einer klassischen Eventlocation zu einer smarten Venue.

Insbesondere die Kombination aus präziser Besucherzählung im Eingangsbereich und detaillierter Analyse des Foyers schafft eine neue Qualität der Transparenz.

Sobald die Systeme im Live-Betrieb vollständig integriert sind, verfügt D.LIVE in der Mitsubishi Electric HALLE über eines der modernsten Systeme zur Erfassung und Analyse von Besucherströmen im Venue-Kontext in Europa.

Damit entsteht nicht nur ein technologischer Fortschritt, sondern eine neue Grundlage für operative Entscheidungen, Sicherheit und Besuchererlebnis.

D.LIVE Foyer

Use Cases

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